Unter MS-Windows™ wird LEDA z. Z. für die Entwicklungsumgebungen MS Visual Studio 6, MS Visual C++ .NET, Borland C++ und die Unix™-ähnliche cygwin-Umgebung unterstützt. Für letztere gilt das in Abschnitt 1.3.1 Gesagte.
Die meisten Entwickler schreiben, übersetzen, binden und führen ihre Programme wohl innerhalb einer der integrierten Entwicklungsumgebungen aus. Eine ausführliche Benutzeranleitung für alle diese Umgebungen würde den Rahmen dieser Einführung sprengen. Alle Details sind auf der entsprechenden Manualseite „Technical Information“ beschrieben.
Um dem LEDA-Anfänger
ein erstes, garantiertes Erfolgserlebnis zu verschaffen, beschreiben wir
in diesem Abschnitt lediglich, wie wir HelloLEDAWorld.C in
einer DOS-Box unter MS-Windows™ NP/2000/XP mit dem Compiler des Visual Studio 6 übersetzen und ausführen können.
(Dies dürfte der z. Z. meistbenutzte Compiler sein.)
Des Weiteren gehen wir davon aus, dass wir als Laufzeitbibliothek des Compilers die MDd-DLLs (Multithreaded DLL Debug) verwenden. MDd-DLL-Versionen von LEDA sind auch in der Evaluationsversion enthalten; diese sind also in jedem Fall auf unserem System installiert.
In der Vollversion gibt es darüber hinaus statische Bibliotheken und DLLs für alle 6 Compileroptionen MD, MDd, ML, MLd, MT und MTd. Die Aufteilung bei den statischen Bibliotheken ist dieselbe wie unter Unix™; s. dazu Tabelle 1.1. Die dynamischen Bibliotheken kommen immer in Paaren und heißen den Optionen entsprechend
leda_md.lib, leda_md.dllleda_mdd.lib, leda_mdd.dllleda_ml.lib, leda_ml.dllleda_mld.lib, leda_mld.dllleda_mt.lib, leda_mt.dllleda_mtd.lib, leda_mtd.dll
Dabei muss gegen die Dateien leda_xxx.lib gelinkt
werden; die Dateien leda_xxx.dll dagegen werden
zur Laufzeit des Programms benötigt. Im Gegensatz zur Unix™-Version
von LEDA ist in diesen Bibliotheken das gesamte LEDA-System
enthalten (mit Ausnahme des Codes für GeoWin; s. hierzu wiederum Tabelle 1.1).
Der Compiler CL.EXE und der
Linker LINK.EXE erfordern es, dass die
Umgebungsvariablen PATH, INCLUDE
und LIB geeignet gesetzt sind. Bei der Installation
von Visual C++ hat das Setup-Programm eine
Batch-Datei namens VCVARS32.BAT erzeugt, die
Kommandos zum geeigneten Anpassen der drei Variablen enthält.
VCVARS32.BAT muss einmal in der
Kommandozeile gestartet werden, bevor Anwendungsprogramme kompiliert
werden können. VCVARS32.BAT liegt im
Unterverzeichnis bin der Compiler-Installation,
z. B. in c:\programs\microsoft visual studio 6\vc98\bin. Um Programme mit LEDA zusammen kompilieren zu
können, müssen die Variablen PATH,
LIB und INCLUDE zusätzlich die
entsprechenden LEDA-Verzeichnisse enthalten.
Mit <LEDAROOT> bezeichnen
wir im Folgenden das Wurzelverzeichnis von LEDA. Das ist das
Verzeichnis, das wir bei der Installation als
Installationsverzeichnis angegeben haben. Wir führen
nacheinander folgende Schritte aus:
Im Menü auf klicken, danach auf .
Im auf doppelklicken.
In der Dialogbox auf den Reiter klicken (bei NT) bzw. auf den Reiter und dann auf (bei 2000 oder XP).
Wenn eine Benutzervariable PATH, LIB oder INCLUDE bereits existiert, den aktuellen Wert wie folgt erweitern:
PATH um <LEDAROOT> erweitern.INCLUDE um <LEDAROOT>\incl erweitern.LIB um <LEDAROOT> erweitern.
Ansonsten eine neue Benutzervariable
PATH, LIB
und/oder INCLUDE mit dem Wert
<LEDAROOT> bzw.
<LEDAROOT>\incl
hinzufügen.
Nachdem wir diese Schritte ausgeführt haben, müssen wir VCVARS32.BAT in der Kommandozeile aufrufen.
Nachdem die Umgebungsvariablen gesetzt sind, können
wir die LEDA-Bibliotheken wie folgt benutzen, um HelloLEDAWorld.C
zu übersetzen und zu binden (HelloLEDAWorld.C liege dabei im Verzeichnis mydir):
C:\mydir> cl -MDd -DLEDA_DLL -Tp HelloLEDAWorld.C leda_mdd.lib
Die Option -MDd spezifiziert dabei die
Laufzeitbibliothek des Compilers (Multithreaded DLL Debug), und das
Flag -DLEDA_DLL ist notwendig, um die
DLL-Version von LEDA benutzen zu können (die in der Evaluationsversion enthalten ist).
Die Option -Tp ist immer dann
notwendig, wenn die C++-Quelldateien nicht auf
.cpp enden, um dem Compiler zu sagen,
dass es sich dabei um einen C++-Quelltext handelt.
Es sollte nun eine ausführbare Datei entstanden sein:
C:\mydir> dir HelloLEDAWorld.*
HelloLEDAWorld HelloLEDAWorld.C
Hurra! Und nun stehen wir vor einem großen Schritt auf unserem Weg zum vollkommen LEDA-Entwickler:
C:\mydir> HelloLEDAWorld
Hello LEDA world!
Und wie schon erwähnt, ist der Rest jetzt nicht mehr schwer...